Rechtsfragen beim E-Learning

© ScandinavianStock/ shutterstock
Quelle: http://www.shutterstock.com/pic.mhtml?id=213758341&src=id

Darf ich meinen Studierenden einen mehrseitigen Aufsatz aus einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift online zu Verfügung stellen?

Beispiel

Szenario:

Professor Mustermann möchte im Rahmen seiner Lehrveranstaltung „Außerbetriebliche Berufsausbildung“ seinen Studierenden einen in der Fachzeitschrift „Der pädagogische Blick“ erschienenen Artikel in digitaler Form zu Verfügung stellen.

Antwort:

Professor Mustermann kann den Artikel z.B. eingescannt als pdf-Datei den Studierenden seiner Lehrveranstaltung über Moodle zu Verfügung stellen, da dies durch die Erlaubnisse des § 60a UrhG gedeckt ist.

 

Rechtliche Überlegungen

Auf die Erlaubnisse des § 60a UrhG zurückgreifen

Im Rahmen des § 60a UrhG ist es für Lehrende möglich, zur Veranschaulichung des Unterrichts bis zu 15% eines Werkes sowie einzelne Beiträge aus Fachzeitschriften oder wissenschaftlichen Zeitschriften und sonstige Werke geringen Umfangs unter Angabe der Quelle digital in einem zugriffsbeschränkten Rahmen für die Studierenden ihrer Lehrveranstaltung bereitzustellen. Insbesondere ist hierfür die zentrale Lernplattform der TU Darmstadt „Moodle“ geeignet. Es spielt hierbei keine Rolle, ob der Artikel eingescannt oder aus dem Internet (z.B. als pdf) abgerufen wurde.

Wird das Werk als E-Book oder E-Journal über die ULB bereitgestellt, so empfehlen wir auf dieses Angebot zu verlinken.

Regelungen des § 60a UrhG beachten

Zeitungen und Publikumszeitschriften sind ab dem 01.03.2018 aus der Nutzungsbefugnis, einzelne Beiträge erlaubnisfrei entnehmen zu dürfen, ausgeschlossen. Hier gilt die 15%-Regel. Ebenso darf jeweils nur ein einzelner Beitrag aus einer Fach- oder wissenschaftlichen Zeitschrift entnommen werden.

Werke geringen Umfangs dürfen – je nach didaktischem Zusammenhang – bis zu 100 % erlaubnisfrei genutzt werden. Die Grenzen für „Werke geringen Umfangs“ sind: Text max. 25 Seiten, Noten 6 Seiten, Filme 5 Minuten, Musik 5 Minuten.

Welche Alternativen gibt es, wenn eine Nutzung im Rahmen des § 60a UrhG nicht möglich ist?

Prüfen Sie, ob das bereitzustellende Werk als Open Access veröffentlicht wurde

Dies könnte z.B. aufgrund des seit 2014 geltenden Zweitveröffentlichungsrechtes der Fall sein. Aufgrund der wachsenden Bedeutung von Open Access Publikationen, steigen die Chancen auf freien Zugriff auf wissenschaftliche Werke.

Greifen Sie auf nicht-digitale Alternativen zurück

Dies kann zum Einen die Einrichtung eines Semesterapparats bei der ULB sein oder die Nutzung des Verweis auf die Ausleihe.

Juristisch geprüft

Der Inhalt dieser Seite wurde geprüft von Ass. jur. Jan Hansen (httc e.V.).